Das Biikebrennen – so feiert man auf Sylt

Sylt hat nicht nur traumhafte Strände und viel Prominenz zu bieten, sondern auch Bräuche und Traditionen, welche es so anderswo kein zweites Mal gibt. Gerade im Winter lohnt es, auf die Insel zu kommen, um sich den Wind bei einem Strandspaziergang um die Nase wehen zu lassen und um beim Biikebrennen dabei zu sein. Die Biike brennt alljährlich am 21. Februar. An diesem friesischen Nationalfeiertag ist die gesamte Insel auf den Beinen. Die Feuer lodern seit Jahrhunderten. Einst waren sie Anlass dazu, den Walfängern Lebwohl zu sagen, wenn sie nach dem langen Winter wieder auf große Fahrt gingen. Heute künden die Freudenfeuer vom Ende der kalten Jahreszeit und begrüßen die ersten Touristen, welche mit Pudelmützen ausgerüstet das lustige Treiben verfolgen.

Hans Peter Dehn / pixelio.de

 

Am frühen Abend, wenn die Dunkelheit einsetzt, begeben sich die Sylter und ihre Gäste mit Fackeln ausgerüstet zum Biikeplatz. Dort dienen unter anderem die ausgedienten Weihnachtsbäume der Insulaner als Brennmaterial. Am lodernden Feuer kommen die Friesen so richtig in Fahrt und bekunden in ihrer Mundart die Treue und Verbundenheit zur Heimat. Ist das Feuer verloschen, sind die Tische in den örtlichen Restaurants bereits gedeckt. Auf dem Programm steht ein zünftiges Grünkohlessen. Das größte Biikefeuer der Insel wird in Westerland abgebrannt. Auch in Wenningstedt, in List oder am Morsumer Kliff lodern die Biike-Haufen. Auch am folgenden Tag ebbt die Feierlaune der Sylter nicht ab. Am Petritag wird einfach  munter weiter gefeiert. Der Petritag war einst Gerichtstag auf Sylt. Die Männer trafen sich an der Thingstätte und fällten Gerichtsurteile, bevor es sie zurück aufs Meer zog. Heute geht am Petritag keiner so schnell nach Hause. Beim Petritanz wird das Tanzbein geschwungen und man sieht die Friesen in ihren Trachten den Stolz zur Heimat verkünden. Das Biikebrennen ist einmalig, stimmungsvoll und typisch friesisch.

Post Tagged with